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Geradliniger Quereinstieg, das umschreibt vielleicht meinen beruflichen Werdegang. Eigentlich wollte ich schon recht früh zum Hörfunk, machte aber zuerst einen kleinen Ausflug in die Sozialberufe, bevor ich doch beim Radiomachen landete.
Im besten jugendlichen Alter fing ich an, bewusst, interessiert und aufmerksam Radio zu hören. Und was es da nicht alles zu hören gab: große Politik, kleine aber spannenden Themen des Alltags, Hochspannung und Tiefgründigkeit. Das Radio wurde mehr als ein Begleiter für mich. Es war eine Bildungsinstitution, neben Schule und Studium. Radiomacher, Radiosprecher, Radiojournalist zum Abi stand dieser Berufswunsch ganz oben auf meiner Liste. Das war 1982.
Doch es sollte anders kommen. Mein Zivildienst ließ mich psychisch kranken Menschen begegnen, ließ mich eintauchen in einer ganz andere Welt, in eine noch nicht gekannte Realität.
Mit diesen Erfahrungen änderte sich auch mein Berufswunsch. Psychologie, Soziale Arbeit, das waren jetzt die Felder, die ich bestellen wollte. Hab’ ich dann auch gemacht. Studium der Sozialarbeit in Berlin, aber schon während des Studiums die Gewissheit: Nein, das mache ich nicht, das schaffe ich nicht mein Leben lang.
Ein glücklicher Zufall brachte mich ins Berliner „Erzähl-Café“. In öffentlichen Veranstaltungen erzählten Zeitzeugen von der großen Geschichte und den kleinen Geschichten. Vier Jahre lang organisierte, moderierte und dokumentierte ich dieses Projekt und rückte so, peu à peu, meinem alten Berufswunsch immer näher.
Anfang der 90er Jahre ließ ich dann Berlin hinter mir, zog nach Köln und wurde Journalist, Autor, Moderator für den Hörfunk. Radiomacher eben.
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